// Gotthard-Basistunnel

Mitwirkung der Rhomberg Sersa Rail Group am Bau des längsten Eisenbahntunnels der Welt

Anlässlich der Eröffnung des 57 km langen Gotthard-Basistunnels, des längsten Eisenbahntunnels der Welt, wurde viel über die gewaltige Ingenieurleistung, über den Rohbau (Ausbruch) der insgesamt 152 km langen Tunnelröhren, Kavernen und Lüftungsstollen berichtet.

Die für den Betrieb eines Eisenbahntunnels erforderliche Ausrüstung der Tunnelröhren mit der gesamten Bahntechnik ist jedoch nicht weniger spektakulär.

Wussten Sie, dass

  • für den Einbau der festen Fahrbahn 140‘000 Kubikmeter Beton vergossen wurden und dazu 380‘000 Schwellen und 300 km Schienen eingebaut wurden?
  • insgesamt 6000 km Kabel verlegt wurden und die 115 km lange Fahrleitung an 2800 Tragwerken und weiteren 3200 Federtragwerken aufgehängt ist?
  • in 178 Querschlägen und Kavernen insgesamt 2500 Elektroschränke installiert wurden und viele weitere, für den Bahnbetrieb notwendige Anlagen – z.B. Lüftungs- und Zugsicherungsanlagen, 417 Notrufsäulen, Signale und verschiedene Bauprovisorien – im Tunnel an ihren Einbauort gelangen mussten?

Grosseinsatz mit „Mann und Maschine“
Seit Herbst 2010 sorgte die Sersa Group AG (Schweiz) – ein Unternehmen der Rhomberg Sersa Rail Group – dafür, dass alle Materialien, das gesamte Baupersonal und viele Besucher stets pünktlich in den Tunnel hinein und auch wieder hinaus transportiert wurden.

Dazu waren während der gesamten Bauzeit bis zu 12 Dieselloks, eine grosse Anzahl von Güter- und Personenwagen sowie 36 Lokführer verschiedenster Kategorien zum grössten Teil rund um die Uhr im Einsatz.

Schon in der Ausschreibung zu diesem Jahrhundertprojekt waren bezüglich Abgaswerte bei den Traktionsmitteln besonders tiefe Emissionen gefordert. Deshalb rüstete Sersa die grossen, leistungsstarken Lokomotiven (Vossloh Am843 mit 1500 kW bzw. 2040 PS) nicht nur mit einem Dieselpartikelfilter, sondern weltweit erstmalig auch mit einem Stickoxid Filter aus. Weitere technische Besonderheiten waren der Einsatz einer Kabelfernsteuerung mit separatem Steuerwagen, da eine Funkfernsteuerung bei langen Zügen im Tunnelbereich nicht zuverlässig genug funktioniert.

Hochspezialisierte Fachkräfte im Einsatz
Um die Verfügbarkeit der Lokomotiven und Arbeitswagen zu gewährleisten (Unterhalt und Reparaturen), waren über die gesamte Bauzeit stets mindestens zwei Mechaniker in den Werkstätten auf den Installationsplätzen in Biasca und Rynächt/Erstfeld im Einsatz.

Zwei Disponenten und ein Leiter Bahnbetrieb, der dem Auftraggeber, der Arbeitsgemeinschaft Transtec Gotthard, für drei Jahre zur Verfügung gestellt wurde, sorgten für einen sicheren und weitestgehend reibungslosen Arbeitsablauf.

Als letztes ausführendes Organ in einer langen Kette von Organisationseinheiten mussten die Sersa-Disponenten fast täglich kurzfristig organisatorische Anpassungen vornehmen, um die von den verschiedenen Gewerken beabsichtigten Tätigkeiten termingerecht ausführen zu können. Dabei wurden viele Mitarbeitende bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit belastet. Trotzdem meisterten sie alle die grosse Herausforderung mit Bravour.

Beweis für logistische Kompetenz erbracht
Nach der Ausführung sämtlicher Bahntransporte für den Einbau der Bahntechnik beim Bau des 34 km langen Lötschbergtunnels hat die Sersa mit den Arbeiten am Gotthard-Basistunnel erneut ihre grosse logistische Kompetenz und ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Die Rhomberg Sersa Rail Group ist stolz darauf, zum Gelingen dieses Jahrhundertbauwerks einen nicht zu unterschätzenden Beitrag geleistet zu haben.

18.07.2016